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ASJler zeigen in Zittau was sie können

ASJ-Gruppen messen sich in Erster Hilfe, Allgemein- und Kulturwissen

ASJ-Wettbewerb

Zittau, Sachsen, 14. Mai 2010 vormittags. Um Luft ringend liegt eine Frau auf dem Boden eines Hauseingangs. Eine die Straße entlang laufende Gruppe ASJlerinnen und ASJler sieht sofort, dass hier ihre Hilfeleistung notwendig ist.

Es ist kein Zufall, dass eine ASJGruppe aus Hessen der offensichtlich verletzten Frau so schnell zu Hilfe eilt, denn es ist Bundesjugendwettbewerb der ASJ. Heute messen die 166 teilnehmenden Jugendlichen aus ganz Deutschland an verschiedenen in der Zittauer Innenstadt nachgestellten Unfallorten ihr Können in Erster-Hilfe. Dazu versorgen sie fachgerecht an insgesamt vier Stationen sogenannte Opfer. Das sind andere Aktive der ASJ, die sich für die Rettungsaufgabe zur Verfügung gestellt haben und ihre Rollen lebensecht spielen. Je nach Verletzung gehören dazu auch laute Schmerzensschreie oder Stöhnen.

In diesem Fall sprechen die hessischen Wettbewerbsteilnehmer zunächst die verletzte Frau an, bekommen jedoch keine Antwort. Stattdessen lässt sich die Frau vor Erleichterung, dass endlich Hilfe da ist, in die Arme einer Helferin sinken. Um mit ihren umfassenden Kenntnissen in Erster-Hilfe die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, müssen die jungen Retter also aus der vorgefundenen Situation rekonstruieren, was geschehen ist. Ganz in der Nähe der Frau liegt ein aufgeplatzter Plastikkanister mit der Aufschrift "ätzend". Der muss wohl von einem vorbeifahrenden LKW gefallen sein. Dabei spritzte wahrscheinlich die ätzende Flüssigkeit aus dem Behälter in die Augen der verletzten Frau. In Sekunden haben sie sich untereinander abgesprochen und sie wissen: Hier muss direkt gehandelt werden. Selbstverständlich kein Problem für die Retter. Als erstes ist in diesem Fall für den Eigenschutz zu sorgen. Was nützt schon ein Retter, der sich nicht schützt und dann selbst Hilfe braucht?

Sie stellen fest, dass die junge Frau gerötete und geschwollene Augen hat und fast nichts mehr sehen kann. Der erste ruft sofort den Notarztwagen, während die anderen die Dame stabilisieren. Wichtig ist hier, die Augen zu spülen und danach müssen beide Augen verbunden werden. Erst jetzt können sie für die richtige Lagerung der Frau sorgen und sie in eine Wärmedecke einpacken. Beruhigend reden sie auf die Dame ein, bis der Krankenwagen eintrifft.

Währenddessen sackt an einer anderen Stelle ein Mann in sich zusammen. Er legt eine Hand aufs Herz und ringt nach Luft, das sind die Symptome eines Herzinfarkts. Die jugendlichen Helfer wissen, bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Sie helfen schnell und routiniert.

Wie immer standen beim Bundesjugendwettbewerb der ASJ vom 13. bis 16. Mai 2010 die praktischen Unfallübungen im Vordergrund. Neben dem beschriebenen Unfall mit ätzender Flüssigkeit und dem Herzinfarkt stellten die Helfer von der ASJ Zittau auch einen Verkehrsunfall und einen Unfall mit einem Messer in der Brust nach. Weitere Teile des Wettbewerbs sind die theoretischen Fragen zur Ersten-Hilfe und Allgemeinwissen, die zubeantworten einigen nicht ganz leicht fiel. Auch einige Geschicklichkeitsaufgaben waren zu lösen.

Wie immer wurde der Bundesjugendwettbewerb der ASJ in zwei Altersklassen ausgetragen: Schüler (12 bis 15 Jahre) und Jugendliche (16 bis 21 Jahren). Die Siegermannschaften der Landesjugendwettbewerbe wurden zu diesem Bundesjugendwettbewerb eingeladen, um den Bundessieger zu ermitteln. Auch Gruppen aus befreundeten Verbänden, wie dem Jugendrotkreuz und der österreichischen Arbeiter-Samariter-Jugend, nahmen als Gastmannschaften teil.

Bei soviel gemeinsamem Retten/ Helfen wird der Teamgeist der Jugendlichen gestärkt, denn um zu gewinnen, muss die Gruppe die Aufgaben gemeinsam lösen. Am besten klappte das bei der Schülergruppe aus Hessen und der Jugendgruppe aus Bayern. Dementsprechend können sie beide einen Siegerpokal nach Hause tragen.

Der Wettbewerb wurde durch ein spannendes Kultur- und Freizeitprogramm ergänzt: Am Samstagvormittag begaben sich die Jugendlichen auf eine Stadtrallye in Zittau und versuchten, knifflige Fragen rund um die Stadt zu beantworten. Nachmittags standen Ausflüge nach Bautzen, in einen Hochseilgarten oder zu einer Sommerrodellbahn auf dem Programm. Die Besichtigung der Kulturinsel Einsiedel und eine Schlauchbootfahrt durch das romantische Neißetal mussten wegen des schlechten Wetters leider kurzfristig abgesagt werden. Höhepunkt der Veranstaltung war die Siegerehrung am Samstagabend. Dabei spielten die beiden ASJ-Musikbands Fading Days und Le Mirage aus Zwickau zur großen Abschlussparty auf.

Text: Karin Schmitt
Fotos: ASJ/Barbara Bechtloff

 

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